Charly´s weite Reise
Buenos tardes, amigos! Como estais?
Tut mir Leid, dass es letztes Mal so lange gedauert hat, bis mein Bericht im Netz war - aber das hat nicht an mir gelegen, auch wenn die Hitze einen faul und schläfrig macht. Je weiter man sich von größeren Orten entfernt, umso schwieriger wird es, einen schnellen Internetzugang zu finden. Zwar werben häufig Cafes oder kleine Läden mit diesem Service, nur will man diesen dann nutzen, so funkioniert es halt doch nicht.
Langsam bewegen wir uns entlang der Pazifikküste nach Südosten und finden zwischen felsigen Abschnitten immer wieder kleine und größere Buchten, in denen sich Flüsse ins Meer schlängeln. Hier gibt es in der ansonsten trockenen Gegend genug Wasser, um in bescheidenem Umfang Landwirtschaft zu betreiben. Auch das Meer bietet den Menschen, die in kleinen Dörfern hier leben, zusätzlich Nahrung. Alles ist sehr bescheiden und kaum auf Touristen eingestellt. Aber wir können uns gerne an den Strand stellen und die dorfeigene Gemeinschaftsdusche und den Brunnen benutzen. Sogar Fisch bekommen wir geschenkt, nachdem wir zu Kaffee und Keksen eingeladen haben.
An der gesamten Küste legen die Meeresschildkröten vom Herbst bis zum Frühjahr tausendfach ihre Eier ab. Wir sehen die Spuren der Schildkröten und die leeren Eihüllen, leider aber keine Tiere. Diese suchen vor allem im Dunkeln den Strand auf, und man müsste mit einer Taschenlampe auf der Lauer liegen - was man aber nicht soll, da es die Schildkröten irritieren würde. An einigen Stränden werden die Gelege in der Hauptzeit bewacht, damit Eierdiebe und Touristen keinen Schaden anrichten können.
Den besten Platz finden wir in Nexpa. Das ist ein sehr beschaulicher Strandort, der hauptsächlich von Surfern besucht wird. Der Strand wird von hübschen, etwas windschiefen Cabanas gesäumt, zwischen denen es kleine Kneipen und zwei, drei Läden gibt. Auf einem Campingplatz finden wir genügend Schatten, nette Leute und nebenan ein gutes Restaurant. Also lassen wir es ganz gemütlich angehen, bevor wir einige Tage später bei Lazaro Cardenas die Küste wieder verlassen und nach Norden Richtung Uruapan fahren.
Wir erklimmen die erste Bergkette und freuen uns über die kühlere Luft - endlich werden wir wieder eine Nacht mit angenehmen Temperaturen haben. Dass wir auf der anderen Seite wieder hinunter, durch einen Park und an einen See fahren werden, die beide den Namen Infiernillo tragen, wissen wir, und auch, dass dies auf deutsch `Kocher´ heißt. Allerdings vermuten wir dabei eher heiße Quellen, als dass diese Bezeichnung von der unglaublichen Hitze der tiefgelegenen Gegend kommt. Als wir abends den See erreichen, `kochen´ wir - nicht das Essen. Ich verderbe mir den Magen mit gammeligem Fisch, den ich nach einem Bad verspeise, und werde gegen meinen Willen mit dem Flohkamm gequält. Meine Kollegen hier sind voll mit diesen Blutsaugern, die sich bei Gelegenheit natürlich auch auf mir niederlassen. Damit sie sich nicht bei uns festsetzen, muss ich regelmäßige Kontrollen über mich ergehen lassen - ich hasse das!
Am nächsten Tag geht es nun aber wirklich hoch hinaus, bis wir bei Uruapan den Tzararacua-Wasserfall erreichen. In dem nett angelegten kleinen Park lässt es sich unter Bergkiefern und Kaffeesträuchern gut aushalten, und da Sonntag ist, sind einige mexikanische Familien da, um sich mit Pferden zum Fuße des Falles bringen zu lassen. Später irren wir mit dem Auto ein wenig in der Stadt herum, auf der Suche nach einem Parkplatz und dem Zocalo. An diesem zentralen Platz, den es in jeder noch so kleinen mexikanischen Gemeinde gibt, kann ich endlich meinen Monatsbericht in die Welt schicken. In den größeren Orten stellen meist die ansässigen Stadtverwaltungen einen offenen W-Lan zur Verfügung.
Gegen Abend kommen wir in dem Indio-Dorf Angahuan an. Es liegt nur wenige Kilometer vom jüngsten Vulkan Mexikos, dem Paricutin, entfernt und hat das Glück, den besten Zugang zu einer im Lavafeld stehenden Kirche zu bieten. Als der Vulkan 1943 ausbrach, begrub er das Nachbardorf unter seinen Lavamassen - bis auf Teile der Kirche. Im tief religiösen Mexiko ist so etwas natürlich nicht nur ein bedeutendes Zeichen, nein, ein miraculo, ein Wunder war geschehen! Die Besucher kommen seitdem, um sich das anzuschauen, und man hat sich darauf eingestellt. Einige Cabanas und ein kleiner Camping-Platz stehen zur Verfügung, und jeder zweite Einwohner ist mit Pferd unterwegs, um Touristen als guide, als Führer, zur Seite zu stehen. Auch uns erzählt einer von ihnen, dass sich schon Leute stunden-, wenn nicht tagelang, auf dem zwei Kilometer langen Weg zur Ruine verirrt hätten. Schließlich geben wir nach und engagieren den freundlichen Felipe als Begleitung, zu seinem Leidwesen als Fußgänger. Aber zum Abschluss soll wenigstens der Bordmechaniker noch einmal auf seinem Pferd sitzen und wird ein paar Meter wie beim Kinderreiten im Kreis geführt.
Unser nächstes Ziel ist die Kleinstadt Patzcuaro, ein weiteres pueblo magico. Hier gefällt es uns richtig gut, wir bleiben zwei Tage und wollen uns eigentlich als nächstes Morelia anschauen. Aber die Stadt ist deutlich größer und voller als erwartet, wir sehen keine Parkmöglichkeit im Zentrum und erst recht keinen Übernachtungsplatz. Der Großstadtverkehr treibt uns langsam, aber unerbittlich, mitten durch das historische Zentrum, so dass die Fotografin immerhin einige Bilder machen kann, und spült uns auf der anderen Seite der Stadt wieder hinaus , ohne dass wir angehalten hätten. Erst ein ganzes Stück außerhalb kommen wir wieder zum Stehen und werden hier mit einer wunderbaren Fernsicht belohnt.
Die Straße schlängelt sich in etwa 2000m Höhe nach Osten, durch Cd. Hidalgo, zum Bergdorf Anganguan. In ganz Michoacan ist man stolz auf die Attraktion, die sich hier im Winter bietet: die orange-roten Monarchfalter. Mehrere Kolonien überwintern in den Höhenlagen der Berge und sind über verschiedene Orte zu erreichen. In dichten, dunklen Trauben hängen sie an den Fichten, flattern durch den Wald und paaren sich, bevor sie im März, alle auf einmal, ihre lange Reise nach Norden antreten. Drei Generationen braucht es, um den Weg zu den Großen Seen im Norden der USA und wieder zurück zu schaffen. Da dieses Biosphären-Reservat als Weltnatur-Erbe eingestuftes ist, hat man ein riesiges Gebäude aus grauem Stein neben das kleine, arme Bergdorf gestellt. Die gesamte Einwohnerschaft arbeitet nun während der Saison als Führer, betreibt eines der zahlreichen Restaurants oder ist mit Souvenirs zugange. Wir bekommen einen Jungen zur Seite gestellt, der uns durch den Wald begleitet und in jeder Pause emsig auf seinem Handy herumdrückt.
Insgesamt können die Leute in den Bergen und an Teilen der Küste vermutlich gerade so überleben. Zwar gibt es eine sechsjährige Schulpflicht, aber immer wieder sieht man Kinder arbeiten - sei es als Autoputzer, Straßenverkäufer oder hinter einem Marktstand. Mit dem Teenie-Alter bekommen viele ihre ersten Kinder und schlagen sich den Rest ihres Lebens mehr schlecht als recht durch. Manche verbringen ihre Tage mit Baby und Kleinkind auf dem vermüllten Seitenstreifen der Autobahn, um Rosen zu verkaufen, denen man in der Hitze beim Verwelken zuschauen kann. Viele Mexikaner leben immer noch unter miesen Bedingungen. Bis heute hat es die Regierung trotz der Einnahmen durch das Erdöl nicht geschafft, flächendeckend für sauberes Wasser zu sorgen, ein Abwassersystem oder eine angemessene Müllentsorgung zu installieren. Oft stehen Männer in einem offenen Wagen im stinkenden Dreck und sortieren den Unrat, der ihnen von ihren Kollegen hinein geworfen wird. In den Dörfern sieht man Hauswände, auf denen mit Parolen zur Vermeidung von Cholera und Dengue-Fieber geworben wird, aber die staatliche Unterstützung scheint dürftig zu sein.
Allmählich nähern wir uns dem Ballungsgebiet von Ciudad de Mexico. Mehrere Städte umrahmen die Mega-City und wollen großräumig umfahren werden. Vor Toluca wenden wir uns nach Süden, um zum Nevado de Toluca zu kommen. Es ist der letzte hohen Vulkan, den wir in Mexiko besuchen wollen. Normalerweise sollte er mit seinen rund 4500m eine Schneekappe haben, aber nur ein winziger weißer Fleck ist übrig geblieben. Bei der Anfahrt sehen wir für einen kurzen Moment den Popocatapetl, bevor der gelbliche Smog, der aus der dicht besiedelten Hochebene aufsteigt, ihn für den Rest des Tages verschluckt. Man kann bis kurz unterhalb des Gipfels mit dem Auto fahren, aber auch in der dünnen Luft auf der staubigen Piste hochjoggen - selbst in Mexiko kommen Stadtbewohner auf solche Gedanken um sich fit zu halten. Oben gibt es zwei Kraterseen, die wir umrunden - den Gipfel lassen wir den inzwischen zahlreich eingetroffenen Sonntagsausflüglern.
Auf dem Weg nach Taxco, der berühmten Silberstadt, leitet uns das GPS auf der kürzesten Route durch zahlreiche Ortschaften mit unzähligen Topes. Das sind asphaltierte, betonierte oder einfach durch ein quer über die Straße gelegtes Seil hergestellte Schwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Es gibt sie überall, in jedem Ort und auf jeder Straße. Eigentlich ist die Idee ja bestechend einfach: Man zwingt den Autofahrer alle paar Meter bis auf Schritttempo abzubremsen, schützt die Fußgänger und verlangsamt den Verkehr im Ort. In der Realität wird an Topes bevorzugt überholt, anschließend mit Vollgas beschleunigt um am nächsten Tope wieder abrupt abzubremsen. Meistens sind die Schwellen angekündigt oder farblich markiert - aber leider nicht immer. Dann merkt man durch den Schlag, der alles im Auto - auch mich - hochfliegen lässt, dass doch noch einer da war. Tiefe Rillen und Löcher zeigen, dass hier schon viele zerschellt sind.
Ich bin nicht sicher, ob es Verkehrsregeln in Mexico gibt. Man sieht zwar Schilder und Appelle, diese zu beachten, aber es hält sich niemand daran. Ganz schlechte Karten haben Fußgänger. Es wird niemals für sie angehalten und selbst bei roter Ampel einfach weiter gefahren. Jeder muss sehen, wie er lebend die andere Seite erreicht. Bevorzugtes Transportmittel sind Pick-Ups, die zu Lastwagen ausgebaut werden. Mit ihnen wird alles transportiert, von der eigenen Großfamilie bis zu Pferden und Kühen. Es gibt niemand, der die Ladungssicherung beanstanden oder einen der fahrenden Schrotthaufen aus dem Verkehr ziehen würde. Lediglich das Fahren auf der richtigen Seite hat sich durchgesetzt - zumindest bei Autos. Radfahrer sehen das oft anders und kommen einem auf der Spur entgegen.
Am Abend erreichen wir Malinalco, ein hübsches Dorf, in dem ungewöhnlich viel los ist. Bestimmt zwanzig Reisebusse haben Tagestouristen zum Forellenessen hierher gebracht. Der ganze Rummel spielt sich in einigen Restaurants ab, auch zwischen den Lokalen sind Essensstände aufgebaut, aber der Rest des Ortes ist menschenleer. Als bei Einbruch der Dunkelheit der Spuk vorbei und die Busse gefahren sind, geht ein unglaubliches Gebell los. Jetzt haben die Hunde, die während des Besucherandrangs eingesperrt waren, die Straße übernommen. Mir sind diese Rudel unheimlich, und so bleibe ich lieber im Auto, bis wir wieder in sicheren Gefilden sind.
Gleich als wir in Taxco ankommen, stürzen mehrere Leute winkend auf unser Auto zu. Sie wären vom Touristenbüro und da, um uns zu helfen. Einer beschreibt uns den Weg zu der Rancho Taxco, auf der wir jetzt unter einem großen Baum mitten in der Stadt im Hof stehen. Unmengen von leeren Schnapsflaschen, die in einer Ecke liegen, könnten ein Hinweis darauf sein, warum alles hier verfallen ist. Ein paar Männer lungern die ganze Zeit herum, die Duschen sind ruiniert und Klos nur unter Vorbehalt zu benutzen. Nachmittags trudeln dann Kinder ein, die Mädchen mit Trommeln, die Jungs mit Posaunen. Ein Höllenlärm bricht los, als sie sich aufstellen und mit den Proben beginnen. Semana Santa, die Karwoche naht, und man kann nur hoffen, dass es bis zu den Prozessionen besser klappt und sie dort keine Hörstürze auslösen.
In Taxco sieht man fast keinen Hund. Vermutlich haben sie den Verkehr, der durch die engen Gassen rauscht, nicht überlebt. Auch ich habe Mühe, nicht unter einen der weißen VW-Käfer zu geraten, die hier zu hunderten als Taxis unterwegs sind. So bleibe ich lieber im Auto, als meine Begleiter ihren Stadtbummel machen, mit zahlreichen anderen Touristen die Gassen des Marktviertels erkunden und die protzige, mit Gold überladene Kathedrale anschauen. Silberschmuck haben sie nicht gekauft - zuviel Massenware und Ramsch werden in den zahllosen Geschäften angeboten, als das es Spaß machen würde, nach etwas Schönem zu suchen.
Der Weg nach Oaxaca führt uns ein letztes Mal in die Nähe des dichtbesiedelten Zentrums des Landes, wir streifen Guernavaca und sehen von einer Anhöhe im Süden sogar noch einmal, weit entfernt, den Popocatepetl. Die Landschaft ist bergig und trocken, es ist heiß - hier fühlen sich Kakteen wohl. Wir wollen in der Nähe eines Dorfes auf einer vertrockneten Wiese zwischen Steineichen, an deren Äste lange, graue Bartflechten hängen, übernachten und genießen gerade die letzte Sonne, als zwei ältere Männer zu uns kommen. Einer der beiden hat eine Machete in der Hand. Sie wollen wissen, was wir vorhaben und können sich offensichtlich kaum vorstellen, dass wir von Deutschland bis hierher gefahren sind. Auch als wir ihnen die Landkarte mit der eingezeichneten Route zeigen, verstehen sie das Unternehmen nicht wirklich. Immerhin kommen sie zu dem Ergebnis, dass von uns keine Gefahr ausgeht, und so dürfen wir bleiben - allerdings nicht auf der Wiese abseits, sondern direkt am Straßenrand.
In den Bergen, die das Hochtal Oaxacas umgeben, stoßen wir wieder auf Dörfer, in denen Indios leben. Während man den Ruinenstädten ihrer Vorfahren große Aufmerksamkeit schenkt, leben sie in Hütten, bauen auf winzigen Feldern an den steilen Hängen Mais an und haben kaum das Nötigste zum Leben. An den kleinen Haltebuchten hängen jedoch Eimer für den Müll, der anderswo einfach in der Landschaft landen würde - eigentlich sind die Indio-Gebiete die saubersten in Mexiko.
Die Stadt Oaxaca dehnt sich stetig aus. Die von der armen Bevölkerung bewohnten Viertel schieben sich die Steilhänge hoch, Wellblechhütten säumen den Straßenrand. Die Kolonialstadt ist Weltkulturerbe, und das Zentrum entsprechend herausgeputzt, vor allem der von riesigen Bäumen beschattete Zocalo ist sehenswert. Hier und in seiner direkten Umgebung spielt sich alles ab, was in der Stadt interessant ist. Jede Menge Leute bevölkern den Platz, es wird flaniert, gehandelt, geputzt, gegessen, geglotzt und sogar Rock-Musik von einer Zwei-Mann-Band gespielt. Auch wer Kirchen besichtigen mag, kommt auf seine Kosten, und in der kleinen Fußgängerzone können Touristen ihr Geld los werden.
Zum Übernachten verlassen wir die Stadt und versuchen unser Glück in der Umgebung. Als ein Schild `Ecoturismo´ auftaucht, folgen wir ihm in der Hoffnung auf einen Campingplatz. Aber einige Kilometer weiter haben wir die Spur verloren und parken am Rand einer Nebenstraße. Wir stehen weder auf privatem noch auf Weideland, das einer Gemeinde gehört - keiner sollte sich an unserer Anwesenheit stören. Als sich dennoch - es ist schon lange dunkel - mehrere Männer ( drei mit Macheten ) dem Auto nähern, sind wir etwas ungehalten. Diesmal aber erklärt man uns, dass es um unsere Sicherheit ginge, da die Leute aus dem Nachbardorf nicht vertrauenswürdig seien. Deshalb sollen wir dem weißen Pick-Up hinterher fahren und bei einem der Senores im Hof übernachten. Da es so aussieht, als hätten wir keine Wahl, packen wir zusammen, und wenig später sitzen meine Leute Kaffee trinkend im Wohnzimmer unserer netten Gastgeber. Ein Fläschchen Mezcal, der ebenfalls aus Agaven gewonnen wird, wird uns zum Abschied geschenkt, und die Tochter fährt ein Stück mit, um uns den Weg nach Monte Alban zu zeigen. Dieses Weltkulturerbe schaue ich mir nicht an - bei der Hitze latsche ich nicht in unbewohnten Ruinen herum - aber den Zweibeinern gefallen die Reste der alten Zapotekenstadt, die auf einer abgetragenen Bergkuppe liegt.
Relativ zügig bewegen wir uns nun nach Puerto Escondido und tauchen wieder in die schwüle Hitze der Pazifikküste ein. Es herrscht ziemlich viel Betrieb in dem Touristenort, in dem im Sommer Surf-Wettbewerbe ausgetragen werden. In Zipolite und den beiden Nachbardörfern wird emsig gebaut, und für Fahrzeuge gibt es kaum Möglichkeiten einen Stellplatz zu finden. Leicht frustriert setzen wir die Suche fort, bis wir in der Bahia Huatulco überraschend einen Trailer-Park entdecken. Eigentlich ist diese Ecke dem hochpreisigen Tourismus vorbehalten, aber am obligatorischen öffentlichen Strandzugang kann man sehr gut bleiben. Kurz nach uns kommt ein weiterer deutscher Toyota auf den Platz, später noch Bekannte von den Leuten, man ist sich sympathisch, und so beginnt unser erster längerer Aufenthalt. Inzwischen sind wir eine Woche hier, der Bordmechaniker hat Arbeit bei den Nachbarn bekommen, und für unser Auto wurde im Gegenzug ein Regenschutz hergestellt. Falls es also jemals wieder regnen sollte - was ich mir kaum noch vorstellen kann - sind wir vorbereitet.
Dummerweise gibt es seit kurzem Probleme mit einer meiner Pfoten. Ein Knubbel an der Fußsohle, den ich schon lange habe, hat sich plötzlich stark vergrößert und ist etwas eingerissen. Es tut ein bisschen weh beim Laufen, und damit ich die Stelle nicht ablecken kann ( was meines Erachtens nötig wäre ), haben sie mir Salbe drauf geschmiert und eine Riesensocke angezogen. Jetzt muss ich wahrscheinlich zum Veterinario, na ja, mal sehen, wie das weitergeht. Fürs Erste bin ich jedenfalls in den Krankenstand getreten und werde entsprechend bedauert, ein schwacher Trost.
Vale bien!
© Die Reiseleitung 2012