Charly´s weite Reise

Oktober 2012

Back again! How are you? We are fine, thanks!

Nachdem ich den letzten Bericht geschrieben und meine Leute den Rest für die Homepage fertig gestellt haben, machen wir uns auf die Piste. Sie führt uns durch karge Landschaft allmählich auf 3000m zum Steens Mountain. Zwischendurch leuchten einige Espen goldgelb und rotorange in der Sonne, auch an einem kleinen See kommen wir vorbei. Das Beste aber ist der Blick, den man von einigen Stellen in die Tiefe hat. Schaut man nach Osten, so fällt das Bergmassiv abrupt um 2000m ab und begrenzt so die richtige Wüste. Nur eine Farm hat sich dank moderner Bewässerung über die Jahre hier halten können. Auf kreisrunden Flächen produziert man so das Heu für die Rinder.

Ach ja, das Beef Cattle. Seit Kanada sehen wir die Herden auf ihren trockenen Weiden umherziehen und denken an unsere europäischen Landwirte, die bei jeder kleinen Hitzewelle stöhnen. Wir hatten mit Farmern gesprochen, die meinten, dass das trockene Gras wesentlich nahrhafter sei als saftiges Grün und die Tiere bei dieser Haltung zudem gesünder. Jedenfalls kann man in jedem x - beliebigen Supermarkt hervorragendes Rindfleisch kaufen, was meine Leute erfreulicherweise auch machen. Außer dass Fisch teuer und nicht selten enttäuschend ist, kann man sich über die Lebensmittel nicht beschweren. Allerdings hat man uns erzählt, dass das Angebot in anderen Staaten der USA durchaus schlechter sei.

Einige Tage hatten wir um Wärme zu tanken, obwohl auch in der High Desert die Wasserstellen morgens gefroren sind. Nun wenden wir uns nach Westen und fahren über Burns nach Bend. Diese Stadt will groß rauskommen und ist für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich gepflegt. Man malt sich eine rosige Zukunft als Wintersportort aus und bereitet alles dafür vor. Hinter der Stadt liegt der südliche Teil der Cascade Range, die aus Vulkangletschern besteht und Skisport aller Art ermöglicht.

Im Gegensatz zu Bend wirken weite Teile des Landes vernachlässigt, wenn nicht sogar heruntergekommen. Nichts ist zu sehen von amerikanischem Glanz, wenig an Wohlstand. Der `american way of life´, den wir sehen, scheint nicht erstrebenswert. Die Häuser haben ihre besten Jahre hinter sich, viele Autos auch. Der Spritpreis hat sich in den letzten drei Jahren auf europäisches Niveau verdoppelt, und soweit wir wissen, gibt es keine Entfernungspauschale. Etliche der Campinggäste leben dauerhaft in Zelten oder ärmlichen Wohnwagen, manche haben einen Job in der Gegend, andere ziehen durchs Land.

In der Three Sisters Wilderness südwestlich von Bend sind solche Gedanken weit weg. Langsam bewegen wir uns von See zu See, machen Spaziergänge und genießen das Bergpanorama. Die Sommersaison ist eigentlich beendet, und so haben wir die letzten offenen Campingplätze fast für uns allein.

An der Küste Oregons gibt es ein ungewöhnliches Dünengebiet, das wir in Florence erreichen. Auch hier ist Mitte Oktober nicht mehr viel los. Einige Abschnitte des Küstenstreifens sind für Quads freigegeben, die Freunde dieses Freizeitvergnügens haben eigene Campgrounds und lärmen auch jetzt noch durch den Sand. Wir bleiben Fußgänger und stapfen die Dünen hoch und runter, meine Leute sind die Hälfte der Zeit mit dem Ausschütten ihrer Schuhe beschäftigt. Die Sandberge sind wirklich hoch. Wer schon einmal am Atlantik in Arcachon war, kann sich diese Düne auf etwa 80 km Länge vorstellen. In Oregon reicht jedoch der Pinienwald in den Sand hinein, das Hinterland ist bergig und etliche Flüsse bilden Lagunen, bevor sie in den Pazifik münden. In Coos Bay endet der Sandkasten und weicht der felsigen Steilküste.

Kurz vor Brookings übernachten wir ein letztes Mal an der nebligen Küste Oregons, es nieselt sogar für einige Stunden. Nach dem Einkaufen machen wir am Hafen des Ortes Mittagspause und kommen mit einem Mann ins Gespräch, der hier auf einem Boot lebt. Als er hört, dass wir nach Kalifornien wollen, warnt er uns vor der Lebensmittelkontrolle an der Grenze. Er weiß nicht genau, welche Lebensmittel für die Einfuhr verboten sind. Im Spaß empfiehlt er uns mit dem Lunch zu beginnen und soviel wie möglich zu essen. Nach unserer Erfahrung an der kanadischen Grenze halten wir alles für möglich und ärgern uns, dass wir ausgerechnet heute die Vorräte so aufgefüllt haben. Aber es nützt ja nichts - also fahren wir mit vollen Bäuchen Richtung Süden, sehen das Schild `California welcomes you´ und erwarten die food control. Jedoch nichts, es sind weder Gebäude noch Kontrollen zu sehen. Wir können alles behalten und stoppen als nächstes in Crescent City am Besucherzentrum des Redwood - Nationalparks.

Ein Ranger empfiehlt uns den Jedediah Smith Park als erstes zu besuchen, da es hier es die schönste Route gebe um alte, wirklich große Mammutbäume zu sehen. Auch einen nicht so teuren Campingplatz außerhalb des Parks kann er uns nennen, und schon auf dem Weg dorthin sehen wir die ersten Riesen. Redwoods gelten als die ältesten Lebewesen der Erde. Die richtig alten Exemplare, die die Gier nach Holz überlebt haben, können 2000 Jahre alt und mehr als hundert Meter hoch sein.

Am nächsten Morgen schauen wir uns diesen Wald an, in dem man sich wie ein Zwerg vorkommt. Ach was, ich fühle mich wie eine Ameise, als wir eine kleine Wanderung machen. Wir sind früh unterwegs, und zum Glück ist kein Ranger zu sehen, der das Hundeverbot durchsetzen könnte. Auf unserem Weg nach Süden kommen wir noch durch andere alte Redwoodbestände. Anfang der 90iger Jahre tobte hier ein erbitterter Kampf um die ehrwürdigen Bäume. Naturschützer lebten in den Wäldern und auf Plattformen in den Bäumen, um sie vor dem Abholzen zu retten. Die Polizei ging so hart gegen sie vor, dass sich die Öffentlichkeit solidarisierte und sich die Auseinandersetzungen ausweiteten. Schließlich kaufte der Staat unter Bill Clinton für fast eine Milliarde Dollar die letzten fünf Prozent der ursprünglichen Waldfläche auf und wandelte sie in Staatseigentum um.

Kalifornien hat besonders erfolgreich die Küste, die Wüsten und Felsengebirge, die nicht zur Landwirtschaft taugen, im Laufe der Zeit zu National-, State- oder Countyparks erklärt. Sie können meist nur gegen Gebühr besucht werden. Auch liegen viele Campingplätze in diesen Parks, die häufig recht einfach sind und dafür eigentlich nicht sonderlich günstig. Da man bekanntermaßen vom Steuerzahlen nicht viel hält, bleibt den Parks wohl nichts anderes übrig, als so das Heer von Rangern und ihren Pick-ups zu finanzieren - in die Sanitäranlagen wird dafür wenig investiert. Die auf den meisten Campgrounds arbeitenden hosts, vergleichbar einem Hausmeister, arbeiten in der Regel umsonst. Sie können ihren Stellplatz kostenlos nutzen und mit einem Elektrowägelchen über den Platz fahren.

Während wir weiter der Küste folgen, erleben wir weiterhin den Nebel. Er zieht malerisch die Felsen hoch, hüllt alles in ein diffuses Licht und verdichtet sich manchmal zu Watte. Kurz vor Westport, einem winzigen Ort, stoßen wir auf die schönste aller schönen Traumstraßen der Welt, Hwy 1. Sie ist schmal, kurvig und folgt in einem ständigen Auf und Ab der Küstenlinie. In Mendocino trällert der IT-Spezialist den ganzen Tag den Schlager seiner Jugendzeit. Eigentlich hatten wir hier größere Ortschaften mit Tourismus erwartet, aber nichts davon. Die Orte haben höchstens ein paar hundert Einwohner, kein Hotel, selten einen Badestrand. Hin und wieder taucht einer der oben beschriebenen Parks auf, in denen man als Besucher gegen Gebühr eine Pause machen kann.

In Manchester lernen wir ein Paar aus Österreich kennen, das die USA von Ost nach West mit dem Fahrrad durchquert hat. Sie sind in Washington D.C. losgefahren und haben gut zwei Monate bis hierher gebraucht. Da sie schneller als gedacht voran gekommen sind, radeln sie jetzt noch bis San Francisco die Küste entlang. Von hier fliegen sie nach Mexico, später nach Südamerika und wollen dort mit dem Rad bis nach Argentinien fahren. Wow! Da kann man nur den Hut ziehen! Gleich am nächsten Abend treffen wir sie nach etwa 100 Kilometern wieder, mit guter Laune und nicht sonderlich erschöpft.

Auch wir sind auf dem Weg nach San Francisco und machen uns Gedanken über einen nicht allzu teuren Stellplatz in Stadtnähe. Auf der topografischen Karte ist ein Campingplatz ganz in der Nähe der Golden Gate eingezeichnet, diesmal in einem National-Monument-Gebiet gelegen. Als wir nachmittags dort ankommen, sehen wir die berühmte Brücke gerade noch im Nebel versinken. Der Campground entpuppt sich als ein Zeltplatz mit drei Plätzen, auf den wir mit dem Auto nicht fahren können, und das National-Monument ist ein ehemaliges Militärgelände mit alten Kasernen und Abwehrstellungen. Der nächste Campingplatz ist 30 km entfernt, und wir haben überhaupt keine Lust zum Weiterfahren. Also bleiben wir, wo wir sind. Es wird dunkel und wir sind gerade beim Kochen, als ein Ranger auftaucht. Er stellt fest, dass wir keine Erlaubnis zum Parken haben und will uns schon des Platzes verweisen. Als wir ihm unsere Lage schildern und ihn um einen Vorschlag bitten, drückt er beide Rangeraugen zu und erlaubt uns - ausnahmsweise! - stehen zu bleiben. Allerdings sollen wir am nächsten Morgen früh den Platz verlassen. Er schließt die obligatorischen Tore, so dass niemand mehr auf den eigentlich öffentlichen Platz fahren kann.

Da auch etliche Zufahrten zu Stränden oder Parks im Winter ganz gesperrt werden, gehe ich davon aus, dass Horden von Vandalen unterwegs sind, die ein solches Vorgehen nötig machen.

Als es gerade hell wird, hören wir ein Auto anfahren und eine Tür klappen. Im nächsten Moment klopft es an unser Auto: "Wake up! No RV`s are allowed on the parking lot!" Die Fotografin gibt ein Zeichen aus dem Fenster, und der Bordmechaniker schlüpft so schnell er kann in seine Hosen, als die Stimme erneut, diesmal aus einem Megafon, ertönt: "Come out of your RV!" Wir hoffen nur noch, dass nicht sofort geschossen wird und öffnen die Tür. Als wir dem Ranger erklären, dass wir die Erlaubnis zum Übernachten von seinem Kollegen bekommen haben, ist er sichtlich irritiert. Er nimmt unsere Personalien für seinen Bericht auf und meint, wir sollten auf der Stelle verschwinden.

In dichtem Nebel fahren wir über die berühmte Golden Gate nach San Francisco hinüber. Die Fotografin ist von der Brücke enttäuscht, die sie sich wesentlich größer vorgestellt hatte. Unser Ziel ist ein großer Outdoor-Laden, weil eine der beiden Matratzen ersetzt werden muss. Sie hat die ständig wechselnden Höhen- und Druckunterschiede nicht vertragen und eine große Beule bekommen. Danach geht es bergauf, bergab durch die Stadt, die sich mittlerweile von ihrer sonnigen Seite zeigt. Am bekannten Pier 39 tauchen wir in die Touristenzone ein und wundern uns. Ausgerechnet eine Bäckerei macht hier das ganz große Geschäft. Die Hauptattraktion, die sie bietet, ist Brot mit Kruste. Die Leute stehen Schlange um Brot zu kaufen, dass man kauen muss! Da wir weder in die Oper noch ins Theater wollen, wenden wir uns nach Osten und verlassen die Stadt über eine wirklich imposante Brücke, die viele Kilometer lange Bay Bridge. Sie wird doppelstöckig befahren, eine Fahrtrichtung pro Etage, fünfspurig ausgebaut. Man betoniert weiter, da anscheinend auch sie nicht ausreicht, um den Verkehr des Ballungsraumes aufzunehmen.

Von Oakland aus folgen wir der Interstate bis wir das Häusermeer hinter uns gelassen haben und durch ausgedehnte Obst- und Walnussplantagen kommen. Es geht zum Yosemite-Nationalpark, einem bis auf 3000m ansteigenden Granitgebirge. Als wir kurz vor dem Parkeingang auf einem einsamen Forst-Campground übernachten, treffen wir zwei Schweizer wieder, die mit einem VW-Bus unterwegs sind. Sie waren schon im Park und sind nicht allzu beeindruckt, Berge kennen sie zur Genüge. Sie wollen mit dem VW-Bus in einen VW-Shop an der Küste, um ihn dann nach Süd-Amerika zu verschiffen. Aber die Wüste jenseits der Sierra Nevada hat auch sie begeistert. Um dahin zu kommen, muss man die Bergkette auf einem der drei Pässe überqueren. Einer von ihnen führt durch den Park, und diesen wollen wir am nächsten Tag nehmen. Morgens ist es deutlich kühler geworden und leichter Regen fällt. Als wir auf dem Weg ins Yosemite-Valley sind, sehen wir den ersten Schnee und ein Schild: Pass geschlossen. Wir besuchen El Capitan, einen gigantischen Monolith, und machen einen Spaziergang durch das von dicken Wolken verhangene Tal. Es gibt ausgedehnte Campinganlagen, in denen erstaunlich viele Kletterer in kleinen Zelten ausharren und auf besseres Wetter warten.

Die Kanadier und US-Amerikaner nötigen uns oft Respekt ab, was das Zelten betrifft. Wetter scheinen sie nicht zu kennen. Egal ob brütende Hitze, Regen oder Kälte herrschen - sie zelten und laufen in kurzen Hosen und Wollmütze herum. Für mich wäre das nichts, und ich bin froh, dass wir im Trockenen sitzen können und eine Heizung haben. Wenn es abends kalt wird, bekomme ich sogar einen Schlafsack übergehängt. Meine Leute befürchten, dass ich sonst krank werden könnte. Sie haben eine Technik entwickelt den Schlafsack so zu platzieren, dass er nicht herunterfällt, auch wenn ich mich darin umdrehe.

Jetzt fahren wir zurück und hoffen, dass wir über den nördlich gelegenen, niedrigeren Ebbets Pass kommen. Auf etwa 1400m übernachten wir, es ist kalt und ungemütlich. Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster schaue, traue ich meinen Augen kaum: Schnee! Alles ist weiß und der Traum von der Überquerung der Sierra Nevada geplatzt. Leicht frustriert kehren wir erneut um und fahren Richtung Süden. Der IT-Spezialist möchte noch einmal an die schöne Küste, wir drehen ab und kommen nördlich von Monterey inmitten von Erdbeerplantagen wieder ans Meer. Bereits am ersten Parkplatz wird er von einem Ranger angeraunzt, weil ich mal wieder nicht an der Leine bin. Am Campground geht er mit mir zum Bezahlen an die Fee Station und hat diesmal gar keine Leine dabei. Eine Rangerin erwischt uns und befiehlt ihm mich zu tragen - ein absolut lächerliches, unwürdiges Schauspiel. Da man nicht genau weiß, welche Befugnis diese Leute haben und ob man nicht am Ende im Knast landet, beugen wir uns. Auch am nächsten Tag kommt es zu einem Zusammenstoß, diesmal mit einem der Hausmeister. Wir sind schon auf einen völlig abgelegenen Campground, hoch in den Bergen, gefahren. Es ist ein winziger Platz und außer uns ist kein anderer Gast da. Die Autotür geht auf, ich springe heraus und schon steht der Host vor uns: "Dog on the leash!" Aber diesmal wird zurückgeschnauzt, und wir sehen ihn nicht wieder. Dafür kommt ein weiterer Landcruiser mit deutscher Besatzung auf den Platz. Die beiden Solinger werden wir bestimmt noch mal auf unserer Reise treffen, da auch sie bis zum südlichsten Ende Argentiniens wollen. Sie erzählen uns vom entspannten Utah und der schönen Zeit, die sie dort hatten. Also beenden wir unseren Abstecher an die Küste nach einem Besuch bei den Elefanten-Seehunden. die sich in großer Zahl auf einem Strand ausruhen und verlassen in Cambria den Pazifik.

Auf dem Weg nach Bakersfield fahren wir an einem Ölfeld vorbei, auf dem links und rechts der Straße tausende von Pumpen auf engstem Raum Öl fördern. Auch Bakersfield ist eine Ölstadt, und es ist schon spät, als wir dort ankommen. Ausnahmsweise wollen meine Leute auf einem Trailer-Park übernachten. Bei der Suche nach der Rezeption bin ich vorbildlich angeleint, aber als wir den Platz betreten, schreit es hysterisch: "No dogs in the trailer park! Get out!" Wir flüchten aus der Stadt und finden einige Meilen entfernt einen Platz an einem kleinen See. Wir sind bedient. Ich kann Euch nur sagen, dass ich in Kalifornien nicht leben wollte, schon gar nicht an der Küste. Die Leute sind oft alles andere als entspannt, häufig misstrauisch und ungewohnt unfreundlich. Im Hinterland ist es besser, und so atmen wir durch und umrunden die Sierra Nevada nun im Süden. Wir machen einen Tag Pause am Lake Isabella, bevor es am Mt. Whitney, dem mit rund 4000m höchsten Berg Nordamerikas , nach Osten zum Death Valley weitergeht.

Nur 80km Luftlinie vom Mt. Whitney entfernt ist hier der tiefste Punkt Nordamerikas. Badwater liegt 83m unter dem Meeresspiegel und sinkt auf Grund der Erdbewegung weiter ab. Zum Glück sind wir so spät im Jahr hier, und die Hitze lässt sich gut aushalten. Wir sehen Dünen und Salzlaken, die sich auf der Talsohle gebildet haben, nachdem der in grauer Vorzeit vorhandene See austrocknete. Auch im Death Valley kann man übernachten. Es gibt Campgrounds, ein Resort und sogar einen Golfplatz. Wasser für solche Späße ist offensichtlich vorhanden und wird aus einem natürlichen unterirdischen Reservoir entnommen. Außer dem Stamm der Schoschonen leben nur noch Ranger und Touristen auf Zeit hier. Die Gold- und Boraxminen währten nicht lange, zu hart waren die Bedingungen selbst für die geldgierigsten Neuankömmlinge.

Auch wir fahren weiter, es geht nach Las Vegas in Nevada. Kurz vor der Spielerstadt können wir günstig übernachten. Dieser Campingplatz ist ungewohnt voll, bis auf den letzten Platz belegt und uns bleibt nur noch ein Parkstreifen. Es herrscht reger Betrieb bis in die Nacht, und morgens sind die Ersten schon in der Dämmerung wieder unterwegs. Entweder suchen sie ihr Glück beim Zocken oder arbeiten in der Stadt. Auch wir sind früh in Downtown, die Vergnügungsmeile wird gerade wach. Ich scheine der einzige Hund in Las Vegas zu sein, aber unbehelligt laufen wir in der Glitzerwelt umher. Den berühmten Strip fahren wir entlang, einmal hoch und wieder runter. Die Fotografin knipst was das Zeug hält und ist entgeistert über soviel geballte Geschmacklosigkeit. In naher Zukunft soll Las Vegas zum Themenpark werden. Dann wird man sicher Eintritt verlangen von Leuten wie uns, die nur zum Gaffen hier sind.

Von netten Leuten hatten wir den Hinweis auf das Valley of Fire bekommen. Es liegt nördlich von Las Vegas und umfasst ein Gebiet mit leuchtend roten Sandsteinfelsen. So einen schönen Campground wie hier hatten wir schon ewig nicht mehr. Die einzelnen Plätze liegen zwischen bizzarren Felsformationen, die unseren Nachbarn an Figuren aus dem Film Star Trek erinnern. Und auch wir sehen bald Dark Vader und Kollegen um uns herum versammelt. Vor allem ist alles sehr entspannt und weder ein Host noch patroullierende Ranger stören die Ruhe. Woanders fürchtet man schwarze Limousinen mit verdunkelten Scheiben, wir halten seit Kalifornien Ausschau nach weißen Pickups mit grünen oder blauen Steifen. Wir bleiben noch einen Tag und bewundern die natürlichen Kulissen, in denen immer wieder Filme gedreht werden. Auch zum Schreiben ist diese Ecke bestens geeignet, mit Dark Vader an der Seite kann einem eigentlich nichts passieren.

Den nächsten Monat werden wir wohl in Utah verbringen und die große Nationalpark-Runde drehen. Wie der Freund aus Solingen meinte: Der ideale Ort, wenn man Sandstein mag...

Macht`s gut, so long!

Kontakt

© Die Reiseleitung 2012