Charly´s weite Reise

August/September 2013

Buenos dias, como estais?

Ungefähr sechs Wochen sind wir jetzt in Peru und haben einen recht guten Eindruck bekommen, wie es hier ausschaut und wie man so lebt. Dass Peru und Bolivien die Schlusslichter Südamerikas sind, was die Entwicklung angeht, hatten wir gehört und gelesen. Was dies in der Realität bedeutet, sehen wir bereits nach Überquerung der Grenze.

Die Formalitäten sind schnell erledigt. Der Grenzbeamte spricht ein wenig deutsch und gibt uns ohne Zögern ein Visum für ein halbes Jahr. Der Mann vom Zoll legt uns ans Herz, dass wir bis zur ersten Mautstation fahren und keinesfalls auf freier Strecke übernachten sollen.

So geht es durch trockene Steppenlandschaft, vorbei an armseligen Hütten und Ziegenherden, in die Dunkelheit. Wir fühlen uns an Nicaragua erinnert, als wir in den schlecht beleuchteten Ortschaften die vielen unbeleuchteten Motortaxis sehen, die durch das Gewimmel der Fußgänger und Tiere über die gut ausgebaute Haupt- und die unbefestigten Seitenstraßen rasen. Die erste größere Stadt, Sullana, ist ein Zentrum des Reisanbaus, der entlang des Rio Chija bis zu seiner Mündung in den Pazifik, betrieben wird. Im Dunkeln nehmen wir Sullana als einen riesigen Slum wahr und hoffen, dass dieser Eindruck täuscht und bei Licht betrachtet alles etwas freundlicher aussieht.

Wir lassen die Stadt hinter uns und erreichen schließlich die Mautstation. Da wir weder Geldwechsler noch einen Geldautomat an der Grenze gesehen haben, sind wir ohne peruanische Soles unterwegs und können nicht bezahlen. Der Kassierer lotst uns auf den Seitenstreifen und meint, wir sollten einen Moment warten. Kaum eine Minute später kommt ein Bus an die Station. Nach kurzem Palaver steigt der Fahrer aus, öffnet die Seitenklappe und ruft `Cambio, cambio´ in den Bauch des Busses. Sein Kollege, der hier im mit einer Matratze ausgestatteten Gepäckraum sein Nickerchen hält, wechselt uns schlaftrunken vierzig Dollar.

Übernachten können wir hier allerdings nicht. Also fahren wir bei Vollmond weiter, können Ölpumpen und Rohre von Pipelines in der Wüste erkennen und verbringen endlich unsere erste Nacht in Peru an einer Tankstelle. Immerhin haben wir bereits die Küste erreicht, die hier im Norden schöne Strände haben soll. Kurz vor Zorritos begeben wir uns am nächsten Tag zu einem allseits empfohlenen Hostel mit Camping direkt am Meer. Erstaunt hören wir, dass dieser für unsere Begriffe etwas heruntergekommene Platz einer der besten in ganz Peru sein soll! Ein Vorteil der Gegend nahe der ecuadorianischen Grenze ist zudem, dass sie weitgehend vom berüchtigten Küstennebel verschont wird.

Zum ersten Mal sehe ich Nackthunde. Ein Rudel mit mehr als zwanzig Mitgliedern lebt hier und stürzt mit Gebell auf mich zu. Aber letztendlich erweisen sie sich als friedfertig, und ich finde sogar eine Freundin. Die Fotografin hat Vorurteile und findet sie so hässlich, dass sie das liebreizende Geschöpf, das ein Tarnmäntelchen gegen die Sonne trägt, nicht einmal streicheln will. Dabei gehören peruanische Nackthunde zu den Rassehunden, sollen klug sein und ein freundliches Wesen haben. Die Leute auf dem Platz jedenfalls schätzen sie sehr. An einem Vormittag wohnen wir der Beerdigung eines Hundes, der auf der Panamerikana überfahren wurde, bei. Obwohl er nicht zum Haus gehörte, kommt er auf den Hundefriedhof - in das Grab des unbekannten Hundes.

Einige Tage später wenden wir uns wieder nach Süden und machen Halt in Mancora. Wir treffen hier zum dritten Mal ein holländisches Paar und fühlen uns wie alte Bekannte. Wenn man so lange unterwegs ist, ständig die Umgebung wechselt und kaum jemanden zweimal sieht, freut man sich natürlich, Leuten wiederzubegegnen. Man lernt sich ein bisschen kennen, plaudert über Routen und Reiseerlebnisse und tauscht Infos aus.

Ansonsten ist Mancora ein Touristennest, in dem öfter der Strom ausfällt. Eigentlich wollten meine Leute ein Eis essen gehen. Aber als sie realisieren, dass es keinen Notstrom gibt und die Kühlkette wohl schon häufiger unterbrochen war, verzichten sie lieber. Dies ist natürlich auch ein Problem beim Essengehen, und die Berichte über verdorbene Mägen lassen sie vorsichtig sein - allerdings können auch sie der peruanischen Nationalspeise Ceviche, das ist marinierter, roher Fisch, kaum widerstehen.

Bei der Weiterreise kommen wir erneut nach Sullana, aber auch am Tag sieht es nicht besser aus. Das Land besteht aus Wüste mit schmalen landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der Flüsse, die von den Anden kommen. Die Orte wirken häufig wie nach einem Bürgerkrieg, Bauschutthalden und Müllberge säumen die Straßen. Keine Nebenstraße ist geteert und die Behausungen - Häuser kann man das nicht nennen - sind provisorische Baracken. Sicher wird die Pazifikseite Perus immer wieder von Erdbeben heimgesucht, aber dieses Problem gibt es in anderen Ländern ja auch, trotzdem wirkte keines so vernachlässigt.

Die Desierto de Sechura umfahren wir, statten den Resten der Lehmpyramiden von Tucume einen Besuch ab und folgen ab Chiclayo der Küste bis Trujillo. Im benachbarten Küstenort Huanchaco bleiben wir - länger als gedacht. Zum einen terffen wir nicht nur erneut die Holländer, sondern auch die Texaner mit dem Rundhauber. Zum anderen hat der Bordmechaniker einen Unfall. Beim abendlichen Toilettengang fällt er gedankenverloren in den leeren Swimmingpool. Er kommt zu sich, als er auf dem Boden aufschlägt und erleidet einen Schock. In den ersten Stunden halten sich die Schmerzen in Grenzen, aber in den folgenden Tagen tut ihm alles weh. Zum Glück hat er sich außer Prellungen, Zerrungen und Blutergüssen nichts zugezogen, sonst hätten wir jetzt ein echtes Problem. So dauert es nur eine Weile, bis er sich wieder einigermaßen normal bewegen kann und wir die ersten Ausflüge wagen.

Einer führt uns nach Chan Chan, der ehemals größten Lehmziegelstadt der Welt. Sie wurde von den Chimu erbaut, einem der vielen Völker Perus, die später unter die Herrschaft der Inkas gerieten. Wie andere peruanische Küstenvölker auch waren sie Meister im Bau von Bewässerungssystemen, die ihnen das Leben in der Wüste ermöglichten. Eigentlich hat sich seitdem nicht viel geändert - auch heute wird die gesamte Landwirtschaft in den trockenen, zum Pazifik abfallenden Bergregionen der Anden und den Wüstenregionen der Küste mit Hilfe von Bewässerungskanälen am Leben gehalten.

Die Feldarbeit erfolgt nach wie vor zum allergrößten Teil mit einfachsten Hilfsmitteln. Auch große Felder im Flachland der Küste werden mit Ochsenpflügen und Hacken bestellt. Jedes Samenkorn wird von Hand in den Boden gelegt und die Ernte mit Sicheln und Eselskarren eingebracht. Das einzig Moderne scheint die Verwendung von Kunstdünger und das Ausbringen von Spritzmitteln zu sein. Hierzu laufen ganze Trupps von Campesinos mit Mundschutz und Kanistern auf dem Rücken über die Felder, Traktoren sieht man hingegen fast nie.

Kurz vor Chimbote verlassen wir die Küste und biegen in die Berge ab. Wir folgen dem Lauf des Rio Santa durch die Entenschlucht, den Canon del Pato, zum Callejon de Huaylas. Dieses Hochtal liegt zwischen Caras und Huaraz, begrenzt von der Cordillera Negra im Westen und der Cordillera Blanca im Osten. In der Cordillera Blanca ragen dreißig Bergspitzen über 6000m in den Himmel, eingerahmt von hunderten von Gletschern. Nahe der Laguna Llanganuco, am Fuße des mächtigen Huascaran, verbringen wir die nächsten Tage.

Der Nationalpark Huascaran hat mehrere Zugänge, und in der Gegend des Pastouri-Gletschers findet man die größten Bromelien der Welt. Wir sind in einer fast menschenleeren, traumhaft schönen Landschaft. In den Bergen Perus steht die Zeit still, und die wenigen Leute, die hier mit ihren Tieren leben, tun dies wie viele Generationen vor ihnen. Nach einer Nacht in der baumlosen Weite geht es am nächsten Morgen nun zu den imposanten Ananasgewächsen, die bis zu zehn Meter hoch werden können und nur in dieser Gegend in den Anden wachsen.

Da das Bergland Perus nach wie vor nur schlecht durch Straßen erschlossen ist, fahren wir wieder zur Küste. Je tiefer wir kommen, umso dunstiger wird es. Am Meer schließlich liegt wieder der Nebel über der Wüste. Nur an wenigen Stellen streift er die Hänge, und dann sind sie mit winzigen blühenden Pflanzen bedeckt. Wir sind auf dem Weg nach Lima und schon viele Kilometer vor der eigentlichen Stadt wird die Bebauung dichter und der Verkehr zur Herausforderung.

Ein Drittel der etwa 30 Millionen Peruaner lebt in der Hauptstadt. Die meisten von ihnen existieren mehr schlecht als recht in der ständig wachsenden Peripherie, ohne Infrastruktur. Darin gleichen die Lebensumstände allerdings denen vieler anderer Peruaner. Gut die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Das heißt, dass eine fünfköpfige Familie mit weniger als 300 US$ auskommen muss.

Wir gehören zu den Priviligierten und wohnen in Lima im schönen und reichen Stadtteil Miraflores. Glücklicherweise gibt es unweit der Parkanlagen, die sich oben an der Steilküste entlang ziehen, ein Hostel mit Parkmöglichkeit. Hier, im Hitchhiker´s, treffen wir alte Bekannte wieder: Die Californier mit ihrem Hund, dem Hühnerdieb. Unter den Gästen des Hostels ist auch eine junge Deutsche, die während ihrer Semesterferien in einer Schule im Randbezirk Limas arbeitet. Dieses Projekt wurde von Franzosen ins Leben gerufen, und Freiwillige verbringen ihre Zeit hier um zu helfen.

Je länger wir in Lateinamerika unterwegs sind, umso skeptischer werden meine Leute, wenn es um Entwicklungshilfe geht. Vieles scheint vergeblich zu sein, weil die Gelder entweder in die falschen Taschen wandern, oder die Projekte an den Notwendigkeiten vorbeigehen. Schlechte Regierungsführung ist wohl das entscheidende Problem und mit Geldgaben nicht zu lösen. So wären wohl auch die gut gemeinten Zahlungen der internationalen Gemeinschaft an Ecuador, die die Ölförderung im Yasuni-Gebiet verhindern sollte, auf längere Sicht vergeblich gewesen. Selbst wenn die jetzige Regierung ein verlässlicher Partner sein sollte, kann das bei einem Regierungswechsel sofort anders aussehen. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie hoffnungsvolle Ansätze innerhalb kürzester Zeit ins Leere gelaufen sind.

Wir genießen die Zeit in der Parallelwelt des europäisch anmutenden Miraflores, und unternehmen lange Spaziergänge durch die Grünanlagen und Parks. Meine Leute gehen shoppen, besichtigen die historische Innenstadt und das bunte Abendspektakel, bei dem unzählige Brunnen farbig angestrahlt werden. Der größte Brunnen der Welt befindet sich in Lima und hat der Stadt einen Eintrag ins Guinnesbuch der Rekorde eingebracht. Aber am Besten gefällt ihnen eine Wasserinstallation, bei der man versucht, trocken in die Mitte ringförmig angelegter Fontainen zu kommen, die zwischendurch für wenige Sekunden aussetzen. Allerdings gelingt das kaum jemanden, und so gibt es nebenan Umkleidekabinen, wo man seine pitschnasse Kleidung wechseln kann. Eine kleine Ausstellung informiert die Besucher darüber, dass statistisch jeder Einwohner Limas zweihundertfünfzig Liter Wasser täglich verbraucht, das Doppelte des Verbrauchs in europäischen Großstädten. Sollte der Klimawandel die Andengletscher schneller abschmelzen lassen als bisher, bekommt man, nicht nur in Lima, sondern in ganz Peru, neue Probleme.

Nach einigen schönen Tagen in netter Gesellschaft verlassen wir die Hauptstadt Richtung Süden - die Wüste hat uns wieder. In dem Gebiet zwischen Pisco - wo das gleichnamige Nationalgetränk, ein Weinbrand herkommt, der üblicherweise mit Limo getrunken wird - und Ica wird Wein angebaut. Das Ergebnis ist sehr süß und eher ein Dessert- als ein Tischwein. Uns aber interessiert vor allem die bei Ica gelegene Oase Huacachino. Wie aus dem Bilderbuch taucht ein kleiner, mit Palmen umstandener See, der von einem unterirdischen Fluss gespeist wird, inmitten hoher Dünen vor uns auf. Wir erklimmen die zweihundert Meter hohen Sandberge und fühlen uns in die Sahara versetzt. Um das schmale Ufer der Laguna haben sich ein paar Hostels und Bars angesiedelt, und die unvermeidlichen Artesania-Stände runden das Bild ab.

Als nächstes erreichen wir Nasca, das für die meisten Besucher ein absolutes Muss ist und dem entsprechend teuer. Man kann mit einer Chessna über die Scharrbilder fliegen, die über viele Kilometer den steinigen Wüstenboden bedecken. Sie wurden erst in den Zwanziger Jahren entdeckt und ihre Bedeutung ist bis heute ungeklärt. Meine Leute verzichten leichten Herzens auf diese Attraktion und besuchen wenige Kilometer weiter ein paar Mumien. Während sich bis vor kurzem hauptsächlich Grabräuber über die Totenstätte der Nasca hergemacht haben, werden die verbliebenen kläglichen Überreste mittlerweile dürftig präsentiert und bewacht.

Die Wüste hat viele Gesichter, und während wir der Panamericana nach Süden folgen, wechselt die Sandwüste zur Steinwüste zur Geröllwüste und wieder zurück. Die Fotografin kann der Ödnis mehr abgewinnen als der Bordmechaniker oder ich. Immerhin lichtet sich der Nebel von Zeit zu Zeit, aber als wir in Camana die Küste verlassen, begleitet uns Nieselregen und überzieht das Auto mit einem schmierigen Film.

Unser nächstes Ziel ist Arequipa, tatsächlich eine der schönsten Städte Perus. Arequipa liegt über 2000m hoch vor dem schneebedeckten Vulkan Misti und besitzt eine sehenswerte koloniale Altstadt. Erfreulicherweise gibt es auch hier einen Stellplatz an einem Hotel, von dem aus man zu Fuß ins Zentrum laufen kann. Zur besseren Höhenanpassung kauft der Chefinformatiker sich auf dem Markt eine Tüte Kokablätter. Als Tee oder gekaut sollen sie Kopfschmerzen und Schlafbeschwerden lindern. Wenn wir nicht in der Stadt unterwegs sind, verbringen wir die Zeit mit einer chilenischen Familie. Witzigerweise heißt die junge Frau, die deutscher Abstammung ist, mit Nachnamen Dörr - so wie eine stadtbekannte Familie aus meinem Heimatort. Außerdem ist noch ein schweizer Paar, das wir in Lima kennen gelernt haben, auf dem Platz. Sie spendieren an ihrem letzten Abend eine Flasche Pisco - ohne Limo - und verhindern so, dass auch wir am nächsten Tag abreisen können.

Es geht weiter in die Berge, zum abgelegenen Canon de Colca, der tiefer als der Grand Canyon sein soll. Seit Jahrhunderten haben die Bewohner Terrassen und Bewässerungskanäle in dem Tal angelegt. An den steilen Felswänden am Cruz del Condor leben die großen Andenkondore, die man nur hier aus nächster Nähe sehen kann. Als wir am Nachmittag in Chivay aufbrechen und am Rande des Canyons entlang fahren, sind alle Aussichtspunkte verlassen und weder Touristen noch Kondore zu sehen. Wir mussten auch die vierzig Euro Eintritt nicht bezahlen, die üblicherweise kassiert werden.

Was die Eintrittspreise anbelangt, übertrifft Peru alles bisher Erlebte. Schamlos nimmt man den Touristen das Geld ab, wo immer sich eine Möglichkeit bietet, ohne das auch nur annähernd eine entsprechende Gegenleistung erbracht würde. Die Regierung macht es vor, indem sie ein Vielfaches von dem verlangt, was Einheimische bezahlen müssen, und Privatleute machen es nach. Ob sich so eine Verbesserung des Lebensstandards oder ein Wirtschaftsaufschwung erreichen lässt, darf bezweifelt werden.

Wir übernachten auf dem Parkplatz des Cruz del Condor. Morgens um halb sieben geht es los. Ein Lastwagen bringt die Artesaniaverkäufer mit ihren gewebten Stoffen, Alpakapullovern und den unvermeidlichen Schlappohrmützen an ihren Arbeitsplatz. Kurz darauf rollen die ersten Tourbusse an und eine Stunde später ist der Fels mit Menschen und ihren Fotoapparaten bedeckt. Als die Sonne die Luft soweit erwärmt hat, dass genügend Aufwind herrscht, steigen die mächtigen Neuweltgeier tatsächlich auf und segeln unmittelbar über unsere Köpfe hinweg.

Wir sind beeindruckt und nehmen die Menschenmassen mit Humor. Eine Frau kann sich gar nicht beruhigen, wie süüüß die Vögel doch wären und wie schön sie sich putzten, bis ein schroffes `Beate, es reicht!´ ihres Begleiters sie verstummen lässt. Auch ich lasse mich als weiteres, wenn auch weniger exotisches Tier fotografieren - aber beim Anfassen hört der Spaß auf. Nach etwa drei Stunden ist der Spuk vorbei, auch die Mützen sind verschwunden, und wir sind genauso allein wie am Tag vorher.

Allmählich kommen wir ins peruanische Altiplano, die Hochebene. Man bewegt sich immer in Höhen von etwa viertausend Metern, und die Luft ist dünn. Bisher hat mir die Höhe nichts ausgemacht, aber jetzt muss auch ich nach Luft schnappen, wenn ich ein paar Meter laufe. Das Auto leistet jedoch die Hauptarbeit, und das nicht schlecht. Wir müssen nur darauf achten, dass der Luftfilter schön sauber bleibt - also wird er bei jeder Gelegenheit frei geblasen - und dann rollt der Toyo über alle Pässe und Ebenen.

Es ist nun nicht mehr weit zum Titicaca-See, aber vorher müssen wir noch ins Herz des ehemaligen Inkareiches und heutigen Andentourismus, nach Cusco. Das GPS führt uns auf abenteuerliche Weise mitten durch die Altstadtgassen Richtung Campingplatz. Wir kommen in den Genuss einer ersten Stadtbesichtigung, aber als unser Weg an einer Treppe endet, sind wir einmal mehr froh, dass wir nicht mit einem großen Fahrzeug unterwegs sind.

Seit ein paar Tagen sind wir jetzt in dem schön herausgeputzten Cusco. Die Plaza und angrenzenden Stadtviertel sind genauso sehenswert wie die unzähligen Kirchen. Als die Spanier die Hauptstadt der Inkas eingenommen hatten, wurden deren Gebäude bis auf den Sockel abgerissen und die Stadt im spanisch-katholischen Kolonialstil wieder aufgebaut. Die Indigenas, die auf Fotos in Reiseführern vor den Gebäuden sitzen, sind inzwischen verschwunden. Cuscos Zentrum ist schön, sauber und völlig auf die Bedürfnisse des modernen Tourismus ausgerichtet - eine reiche Insel in einem armen Land. Aber natürlich genießen auch wir das angenehme Leben auf dieser Insel und lassen uns Zeit, bevor wir weiter ziehen. Einige Ruinen im Heiligen Tal der Inka wollen besichtigt werden. Ob der Mega-Touristen-Magnet Machu Picchu uns sehen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Aber das könnt ihr beim nächsten Mal erfahren, bis dahin!

Hasta luego!

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